Au au au, warum haben Franzosen die dumme Angewohnheit mitten in der Woche zu feiern? Gestern scherzte Roman noch, er würde ne kleine Party geben, denn er möchte seine neue Wohnung einweihen. Einladungen lehnt man ja grundsätzlich nicht ab…

Wir sollten erst noch etwas zu Essen und Trinken organisieren und dann treffen wir uns bei Roman, geplant – getan. Also zu 4. rein in Geant, grosszügig Nahrung eingesackt, alles recht entspannt… Doch plötzlich, oh nein: “promo aktion” von Kronenbourg: Sonder Edition Karton mit 25 Flaschen plus 5 gratis…
Am Ende haben wir neben 60 Flaschen Bier auch noch 1,5 Liter Pastis im Kofferraum von Nyko’s Peugot verstaut. Und natürlich die Fressalien. Im Feierabend durch Lannion zu kurven ist kein Spass. Die ganze Stadt ist in Autos unterwegs und dazu kommen noch Touristen aus aller Welt. Da sind 15 Minuten anstehen um ettliche Kurven bis zur Ampel noch Glück, hat man mir anschliessend gesagt.
Roman lebt ziemlich bescheiden in einem französischen Altbau. Wenn man das Haus von aussen sieht, fragt man sich obs da auch fliessend Wasser und Strom gibt. Aber alles ok, alles da. Ein Grosses Zimmer, 30-35m² geschätzt, nen separates Bad und ne Küchenecke. Ne Klasse Studentenbude eben.
Der erste Karton Bier wurde auf den Kühlschrank aufgeteilt und wir haben uns ans Essen zubereiten gemacht. ‘S gab so ne Art Buffet. Unter anderem Avocadocreme-Dip für die Tortillia-Chips, diverse Wurstsorten, Käse, (moment, hab ich Käse gesagt? Ich meine natürlich Käse, Käse, Käse, Käse und Käse und Käse und …) Baguette usw. Dazu schmeckt natürlich ein kühles Bier am besten.
Die Kro flaschen haben übrigends nen praktisches Gimmik. Wenn das Bier kühl temperiert ist, dann erschein auf dem Label eine Schneeflocke. Das steht für die optimale Trinktemperatur. Verschwindet die Schneeflocke sollte man die Flasche schnellstmöglich leeren. Philippe kam dann auf die dumme Idee, die Bierflaschen in einem Ansatz zu Exen. Da hatte die Schneeflocke keine Chance zu verschwinden… Nach 3 Flaschen pro Person haben wir die Idee dann wieder verworfen, da jede hastige Bewegung zu unfreiwilligem Rülpsen führte. Das Zeug sprudelt wie verrückt.
Irgendwann gegen 8 kam dann Vince mit 2 Flaschen Cidre unterm Arm an. Die sollten nicht lange vorhalten…
Aufgrund der warmen Nacht die sich draussen ankündigte haben wir Romans Bude verlassen und uns in die Fussgängerzone vors Haus gehockt. Wobei sitzen oder liegen gemeint ist. Warum?

Trinkspiel #1 – Caps
Bierdeckelschnippsen

Wie auf dem Foto vielleicht zu erkennen ist, setzt man sich Paarweise gegenüber. Die eigene Bierflasche stellt man geöffnet vor sich hin, darauf legt man einen Cap (Kronkorken, Verschluss der Bierflasche) verkehrtherum, so dass die flache Seite nach unten zeigt. Mit einem weiteren Cap versucht man den Cap des jeweiligen Gegenüber von der Flasche zu Schnippsen. Das geschieht abwechselnd. Wenn es gelingt den Cap von der Flasche zu schnippsen, hat der Gegenüber einen Wurf um “auszugleichen” gelingt dieser Wurf nicht, muss derjenige dessen Cap von der Flasche gefallen ist daraus einen tiefen Schluck trinken. Anschliessend wird die Flasche wieder positioniert, der Cap platziert und es geht wieder von Vorne los.

Kann man wunderbar auch mit mehreren Leuten Spielen. Wobei sich die Schwierigkeit bei diagonalen Würfen erhöht und die gegnerische Seite mindestens einen gleichwertigen Wurf treffen muss um auszugleichen.

Das ganze Treiben hat eine lustige Geräuschkulisse erzeugt. Caps flogen durch die Gegend, Lautes Gejubel bei einem Treffer und Anfeuerungsrufe. Die vorbeigehenden Passanten haben sich daran nicht gestört, scheint hier wohl normal zu sein…

Als es dann zu kalt wurde um auf dem Aspahlt zu sitzen haben wir das ganze beendet und uns in einen Hinterhofparklplatz mit Grünanlage verkrümelt. Gegen 12 wollten wir dann eigentlich Richtung Bett aufbrechen als Irgendjemand den Vorschlag machte, noch ins “Les Valseuses” zu gehen, weil es dort so lecker Bier gibt.
Ok, wir sind trotzdem erstmal alle heim zum Duschen, Klamotten wechseln und dann wieder ab in die Innestadt. Die Kneipe ist super gemütlich, fast uhrig französisch. Und sie hat ein Hinterzimmer, in dem man prima Würfelspiele spielen kann. Also beim Wirt die Bestellung aufgegeben und dann zusammen mit dem Bier ins Hinterzimmer verkrümelt.

Trinkspiel #2 – Biscuit
Würfeln mit “komplexen” Regeln

Gewürfelt wird reium, dabei ist die gewürfelte Augenzahl der ausschlaggebende Punkt, was passiert. Gespielt wird mit 2 W6 und die Würfel werden immer dann weitergegeben, wenn “nichts Besonderes” passiert.

  • Summe 7 Man drückt sich den Daumen auf die Stirn und ruft deutlich “Biscuit”. Wer zuletzt ruft muss trinken.
  • Summe 9 Der rechte Nachbar trinkt
  • Summe 10 Man trinkt selbst
  • Summe 11 Der linke Nachbar trinkt
  • Pasch/Paar Man darf bestimmen, wer trinkt, und die Augenanzahl eines Würfels verteilen. Bei einem Dreierpasch trinken A, B, C jeweils einmal oder D 3 mal …
  • Summe 3 Gefägnis (Joker oder Niete, je nachdem wink )

Für das Gefägnis gelten besondere Regeln. Es kann immer nur eine Person im Gefägnis sein. Jedes mal, wenn bei einem Wurf ein Würfel 3 Augen zeigt, trinkt die Person im Gefägnis zusätzlich zu allen anderen Ereignissen. Bei einem 3er Paar sogar zweimal. Sitzt man im Gefägnis, kommt man dort nur wieder mit einem Paar herraus, oder ein Anderer würfelt eine 3.
Wenn man Trinkpunkte zugeteilt bekommt während man im Gefägnis sitzt, dann trinkt derjenige der sie verteilt in gleichen Mengen mit.

So, ich glaube das müssten die Regeln gewesen sein. Viel Spass beim ausprobieren!

Um 2 Uhr hat die Kneipe dann dicht gemacht. Insgesamt haben wir uns danach 4 mal von Jedem verabschiedet aber keiner wollte so richtig Heim “gehen”. Irgendwann konnten wir uns dann voneinander losreissen…

Die gestrige Nacht war also verdammt kurz! Ich hab nicht schlecht über unsere Leistung gestaunt. Heute morgen hat Nyko resumiert: 60 Flaschen Kro, 3 Liter Cidre, 1 Liter Pastis, 10 grosse und 5 kleine Bier im “Les Valseuses”. Und das verteilt auf 5-9 Personen. (Wir haben mit 5 angefangen und es kamen im laufe des Abends mehr dazu.) Einen grossen Respekt an die Mädels die voll mitgezogen haben. Normalerweise trinken Frauen nicht so viel Bier, aber in Frankreich ist eben alles anders.

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