Michael: Blog

Schon interessant was ich so über andere Menschen erfahre ohne sie direkt anzusprechen oder jemals auch nur getroffen zu haben. Nehmen wir den Zeitungsredakteur einer etwas größeren Magazis am Videospielemarkt. Redakteure sind halt auch nur Menschen wie du und ich die genauso abfeiern und sich auf “beknackten” Fotoserien im Internet darstellen. Lässt mich ein Blog am ausgewählten Privatleben dieser Person teilhaben? Die BILD-Zeitung des kleinen Mannes? Während ich in diesen übergroßen Meinungsmagazinen über “bedeutende” Personen des öffentlichen Interesses lese, dass sie ihre Formel1 Karriere an den Nagel hängen oder ihre Memoiren veröffentlichen, lese ich lieber über Personen die mich interessieren in ihren Blogs. Und nebenbei beobachte ich die ersten Versuche als Podcast-Sprecher von Texten, die ich irgendwo zwischen neu-philosophisch und irgendwas undefiniertem in einer Schublade einordne.
Das Thema Bloggen zieht immer weitere Kreise. Das Netzwerk, das dahintersteht wird immer größer. Ist doch herrlich, oder? Oder ist das der Rückzug auf eine andere Kommunikationsebene dessen Umgang ich erst wieder lernen muss? Wie lange braucht es noch bis der derzeitigt vorherrschende Klingeltonwahnsinn auf die Blog-Welt übergreift und dort für ähnlichen Verdruss sorgt? (Warscheinlich sind Blogger als Zielgruppe noch nicht interessant genug) Ich werfe gegenseitig Stökchen zu und ich kann mir sogar selbst eines an den Kopf schmeissen. Brauche ich zum Bloggen ein Mindestmaß an Intelligenz? Sind Begriffe wie Trackback, Feed und Ping zu abgehoben für die breite Maße? (Beteiligt sich die “neue Unterschicht” genauso am Bloggen wie die “Schicht darüber” – Welche Schicht ist den über der Unterschicht?)

Auf jeden Fall schreib ich doch irgendwas nieder und weiss, welcher Personenkreis ungefähr diese Ergüße zu Genuß bekommt. Und dann bin ich als Blogger erstaunt wenn auch jemand unbekanntes darauf reagiert. Und schon ist das Netzwerk weiter ausgebaut. Und dann lese ich weiter und bin manchmal fasziniert und manchmal verwundert über welche Themen ich so alles lesen kann, weil es Menschen gibt die Ihre Zeit damit verbringen über dieses Thema zu schreiben. Und ich? Ich verbringe gerade Zeit damit über das Thema Blog selbst zu bloggen. In Ansätzen habe ich das ja schon öfter getan. (Und jetzt tausche ich im Text alle “man” durch “ich” aus und finde der Text liest sich gleich viel persönlicher. Und dann stelle ich fest, es heisst ja auch “ICH und meine Welt”)

Unsortiert
    • Julian
    • Web 2.0 – Die größte Datenkrake/-sammlung ever. Einfaches Mittel zur Selbstverherrlichung und für zaghafte Stalking Versuche zugleich.

      Ich finds toll 😉

    • Hendrik
    • Oh ja, da hast du mal wieder herrlich über den immer weiter zunehmenden Datenmüll philosofiert (oder wie screibt man das eigentlich), dem mittlerweile auch wir verfallen sind, so das man (ich) selbst den größten und uninteressantesten Schrott publiziert….und nur aus dem einizigen Grund die Festplatten dieser Welt zu füllen.

    • Basti.G
    • Ist schon echt beeindruckend, wie heute jeder meint einen Blog aufmachen zu müssen, damit ein gewisser Personenkreis erfahren kann, dass Meerschweinchen des Autors gepupst hat…

      Ach so, solche Sachen gibts jetzt auch bei mir (bitte Link aktualisieren – danke ;-)).