Das Unternehmen, für das ich arbeite, bietet mir offiziell ab dieser Woche die Möglichkeit einen Unternehmensinternen Blog zu führen. Danke dafür. Coole Sache eigentlich.
Das ganze passiert natürlich mit der Absicht, die eigenen Mitarbeiter von Facebook und Twitter abzuholen bzw. “Die Kraft der sozialen Netzwerke” in Unternehmensförderliche Bahnen zu lenken.

Eines vorweg, unser Intranet ist die reinste Katastrophe, der Bilderbuch Plattform Gau. Es ist der IT-Wildwuchs, wie er im Buche steht. Alle wollen mitmachen aber keiner für irgendwas verantwortlich sein. Im richtigen Internet reguliert sich ja auch alles so schön von alleine.

Der Erste Versuch im Intranet Web2.0 Infrastruktur einzuführen war, dass Mitarbeiter auf Artikel Kommentare verfassen konnten. Eigentlich ein Web1.5 und deswegen auch nicht wirklich erfolgreich. Inzwischen kann man während Webcasts sich nebenbei im Chat unterhalten aber das ist auch noch kein Web2.0.

Als Twitter dann in den letzten 2 Jahren auch in Deutschland so richtig abgehoben ist, hat man uns vor einigen Monaten Yammer angeboten. Yammer funktioniert ähnlich wie Twitter, hat eine so-la-la API hinten dran und als großes Plus, dass es nicht auf 140 Zeichen beschränkt ist. Das ist in einem Unternehmensumfeld nämlich nicht förderlich. Ansonsten gibt es auch bei Yammer, wie bei Twitter, Follower, Listen, Bilder, Timeline, Hashtags, man hat sich also einiges abgeschaut. Leider ist genau wie im Twitter-Strom eine strukturierte Kommunikation außerhalb der eigene Zeitleiste nicht möglich, da diese die einzige Struktur bereits darstellt. Das macht es sehr schwer den Überblick zu behalten und ältere Konversationen wiederzufinden. Jeglicher Mehrwert, den ein Unternehmen daraus ziehen könnte, geht hier also komplett den Bach runter. Klar, das große Vorbild Twitter war ja nicht mit dem Ehrgeiz angetreten, großartig strukturierte Kommunikation zuzulassen. Hashtags und Retweets z.B. wurden von den Benutzern eingeführt. Bei Yammer ist es allerdings unmöglich in einem Solchen Maß die Fesseln zu sprengen. Für mich ist Yammer an meinem Arbeitsplatz gescheitert, auch wenn es nach wie vor einige Marketing-Fuzzies gibt, die da fleißig ihr Bullshitbingo reinblasen oder andere statt Witz-Ketten-Mails ihre “lustigen” Dateien dort abladen. Soll mir recht sein funtkioniert außerhalb meines Sichtfeldes.

Jetzt startet also Versuch #2 auf Basis von Jive SBS. Es ist wie das Intranet-Facebook und für mich wird es damit bedeutend länger Durchhalten als dieser Twitter-Abklatsch. Es gibt richtige Foren, Blogs, Polls, Dokumentestapel, Gruppen, Listen Org-Charts und natürlich Follower und Freunde. Der große Vorteil gegenüber Yammer ist auch, dass ich Content wiederfinden kann, auch wenn er aus meiner Timeline rausgewandert ist. Der steckt nämlich getaggt und Kategorisiert in Gruppenarchiven und kann zusätzlich noch gebookmarked werden.

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