Rosalie Henke: Führerschein die 1.

Um bei der nächsten Einreise sicher wieder reingelassen zu werden und belegen zu können, dass wir wirklich hier wohnen wollen, haben wir uns für heute vorgenommen, den Führerschein beantragen zu gehen.

Langsam aber sicher bin ich aus dem Jetlag draußen und stehe nicht mehr um 5 auf, sondern schlafe bis um halb sieben aus. Daher gehts auch relativ früh gegen 9:30 zum DMV (Department of Revenue – Division of Motor Vehicles) in Colorado Springs, der Führerscheinstelle vor Ort.
Wieder mal merk ich, wie groß hier alles ist. Wow. Da fährt man nicht “eben mal” hin, das sind 20 Meilen, was einer halben Stunde Autofahrt entspricht.

Beim DMV angekommen hab ich mich drauf eingestellt, wieder eine Nummer ziehen zu müssen und lang zu warten, aber direkt am Eingang kann man sich einreihen und sein Anliegen vortragen, dann erst wird man zum Warten geschickt. Ich erkundige mich, welche Vorschriften bzgl. Umschreibung des deutschen Führerscheins es gibt und die Dame hinter dem Pult erklärt uns, dass wir den deutsche Führerschein entweder ungültig machen und direkt einen aus Colorado bekommen können (“dann wird ein Loch reingestanzt und wenn Sie wieder nach Deutschland ziehen, bringen Sie da den amerikanischen Führerschein hin und dann wird der ungültig gemacht und Sie bekommen einen neuen deutschen”) oder den deutschen behalten und den amerikanischen zusätzlich machen können.
Wenn wir den Amerikanischen machen wollen, müssen wir den schriftlichen Test sowie einen Fahrtest bestehen. Achja und eine SSN haben. Daran scheitert es dann aber, weil wir die ja gestern erst beantragt haben und allein das Schreiben, dass wir eine beantragt haben, reicht nicht aus.

Während wir warteten sah ich noch, wie andere Leute grade ihren schriftlichen Test gemacht haben. Dabei erinnerte ich mich dran, wie ich mit 18 für meinen deutschen Führerschein gelernt habe. Tage lang habe ich am Küchentisch meiner Oma die Bögen gelernt und zum Test ausgefüllt. Hier scheint man das nicht ganz so eng zu sehen: es stehen drei Automaten, vor die man sich setzen kann, an einer Wand und einzig der Hinweis, dass Mobiltelefone beim Ausfüllen des Tests nicht erlaubt seien, versucht dem Ganzen etwas Seriösität zu verleihen.

Naja, wir ziehen ohne Führerschein wieder von Dannen, wissen aber nun, dass wir eine SSN brauchen, um ihn zu bekommen.
Nächster Versuch dann in San Diego in Californien.

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