Rosalie Henke: San Diego

Wir haben San Diego bereits zu Fuß ein wenig erkundet, die Stadt ist ganz schön groß!
Um unseren Füßen etwas Erholung zu gönnen und trotzdem weiter was von der Gegend zu sehen, haben wir heute eine Hafenrundfahrt gemacht.
Ein bisschen komisch war es ja schon, zu sehen dass die mexikanische Grenze aufm Wasser nur noch 8 Meilen (=knapp 13km) von einem weg ist, aber es gibt ja eine Küstenwache, die aufpasst, dass keiner rüberschwimmt.

Auf dem Rückweg in den Hafen hatten wir diese Ansicht vor uns liegen.

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Am Sonntag habe ich einen katholischen Gottesdienst in San Diego besucht.
In der Good Shepard Parish (=Gemeinde des guten Hirten) finden Sonntags sechs Gottesdienste statt. Von 7 Uhr morgens bis Nachmittags um 5 kann man dort die regelmäßig stattfindenden Messen in englischer Sprache besuchen. Um 19 Uhr gibts dann noch einen Gottesdienst in spanisch.

Begrüßt wurden die Besucher von einem Donutverkauf mit dem Hinweis, dass vor und nach jedem Gottesdienst heute Donuts und Kaffee gegen eine Spende verkauft würden. Spenden ist ja in Amerika generell ganz beliebt.

Der große Unterschied zu den mir bekannten Messen in Deutschland, außer der Sprache, ist, dass in Amerika (ja generell) viel mehr Action gibt. Hier wird beim Antworten auf des Pfarrers Worte meist mit den Händen die Antwort noch verstärkt indem man sie nach vorn oder oben hält. Auch fasst man sich beim Vaterunser an den Händen und hat so nicht nur beim Friedensgruß Körperkontakt.

Auch gab es bei dem Gottesdienst zwei Pfarrer. Einer war der reine Sing-Pfarrer, der die Lieder angestimmt hat, der zweite hat den Gottesdienst geleitet und die Predigt gehalten. Die Inhalte der Messen scheinen auch ziemlich genau festgelegt zu sein: Es gibt zwei Bücher, in denen man sich für den Gottesdienst orientieren kann. Das eine geht von Advent bis Ostern (der Nachfolger wird wohl dann jetzt bald damit getauscht werden) und das zweite beinhaltet Lieder und gilt ganzjährig. Im ersten Buch sind die Ereignisse im Kirchenjahr festgehalten und es steht kurz beschrieben, was für ein Tag es ist z.B. der dritte Sonntag in der Fastenzeit. Dann wird kurz dargelegt, worum es in der heutigen Messe geht, die beiden Lesungen sind abgedruckt, sodass jeder, der auch mal nicht hinhört, den Bibelinhalt verfolgen kann und auch Besonderheiten sind abgedruckt (siehe gleich anschließend den Punkt zwei).
Der Ablauf ansonsten ist aber wie in der deutschen Kirche auch, nur dass es viel größer ist, so gibt es z.B. 20 Helfer bei der Kommunion, wobei man die auch braucht. Als Erwachsener kann man sich hier zusätzlich nach der Hostie noch für einen Schluck Wein aus einem Kelch entscheiden.

Es gab noch zwei Dinge, die ich mir spontan nicht gleich erklären konnte.
Das erste hat sich dann aber recht schnell aufgeklärt: In der Mitte des Kirchensaales gab es einen mit Glas abgetrennten Bereich, in dem Familien mit ihren Kindern im quengelfähigen Alter saßen. Nach kurzer Zeit habe ich aber herausgefunden, dass dieser Raum hinter schalldichtem Glas liegt und Lautsprecher den Gottesdienst hinein übertragen.
So können die Eltern trotzdem an der Messe teilnehmen ohne sich dauern mit der Bespaßung und Beruhigung ihrer Kinder zu beschäftigen, die spielen nämlich solange mit den anderen Kids oder nehmen auf ihre Art am Gottesdienst teil.
Die zweite Sache, die sich mir bisher noch nicht erschlossen hat, war auch in dem “Vorgaben”buch hinterlegt. Der Pfarrer hat während des Gottesdienstes die Taufpaten gebeten, nach vorne zu kommen. Daraufhin kamen vier Erwachsene, die ihre rechte Hand auf der linken Schulter weiterer vier Erwachsener hatten. Diejenigen, die eine Hand auf der Schulter hatten, haben sich dann niedergekniet und vom Pfarrer die Hände auf das Haupt gelegt bekommen.
Hmmm… ich kann mir das nur als Bestandteil der Taufvorbereitung erklären. Ist ja schließlich bald Ostern. Online hab ich noch nichts darüber gefunden und auch das Gottesdienst begleitende Buch konnte online noch nicht auftreiben, um darin zu lesen.

Kleine Kuriosität zum Schluss, die in die Klischeekerbe haut: Natürlich spendet man hier nicht nur Geld in Form vom Münzen oder Scheinen. Die Kirche soll ja wissen, welches Schäfchen wie viel spendet und so ist es ganz normal, auch Schecks in den Klingelbeutel zu legen.

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Nach unserer Tour durch die Nationalparks und den Abstecher nach Las Vegas sind wir ganz im Westen angekommen: Californien.

Da wir hier vermutlich erstmal unsere Zelte aufschlagen wollen, benötigen wir auch hier den Führerschein, ein Bankkonto etc.
Wir wissen ja schon, dass man für den Führerschein, mit dem wir alles Weitere bekommen, eine SSN benötigt und nachdem mir von der SSA Hotline gesagt wurde, wir müssten um unsere SSN zu erfragen (die wir ja noch nicht haben), persönlich bei einem SSA Office vorbei kommen, machen wir uns am 01. April auf den Weg zum Social Security Administration Office in San Diego.

Nach kurzer Wartezeit tragen wir unser Anliegen vor und die Dame findet uns leider nicht im System.

Toll, nach 10 Tagen sind wir immer noch nicht drin, großartig. Hätte ich mich drauf verlassen, die SSN automatisch zu bekommen, wäre das bestimmt auch nicht besser ausgegangen. Im SSA Office in San Diego wird uns gesagt, wir sollen beim Field Office in Colorado Springs anrufen, achja und dort auch gleich die Adressänderung vornehmen lassen, weil wir ja nun augenscheinlich hier wohnen. Ts.
Beim Field Office der SSA in Colorado Springs findet man mich glücklicherweise in der Datenbank, aber eine SSN wurde noch nicht für mich erstellt.
Der Herr am Telefon informiert mich, dass in dem Informationsschreiben, welches ich vor 10 Tagen erhalten habe, wohl ein Fehler sei. Es dauere nicht vier, sondern sechs Wochen bis unsere SSNs erstellt und uns zugeschickt würden.

Also heute auch keine SSN und somit kein Führerschein, kein Bankkonto etc für uns. Menno.
Dann machen wir jetzt halt (gezwungenermaßen) weiter mit Urlaub.

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Rosalie Henke: Führerschein die 1.

Um bei der nächsten Einreise sicher wieder reingelassen zu werden und belegen zu können, dass wir wirklich hier wohnen wollen, haben wir uns für heute vorgenommen, den Führerschein beantragen zu gehen.

Langsam aber sicher bin ich aus dem Jetlag draußen und stehe nicht mehr um 5 auf, sondern schlafe bis um halb sieben aus. Daher gehts auch relativ früh gegen 9:30 zum DMV (Department of Revenue – Division of Motor Vehicles) in Colorado Springs, der Führerscheinstelle vor Ort.
Wieder mal merk ich, wie groß hier alles ist. Wow. Da fährt man nicht “eben mal” hin, das sind 20 Meilen, was einer halben Stunde Autofahrt entspricht.

Beim DMV angekommen hab ich mich drauf eingestellt, wieder eine Nummer ziehen zu müssen und lang zu warten, aber direkt am Eingang kann man sich einreihen und sein Anliegen vortragen, dann erst wird man zum Warten geschickt. Ich erkundige mich, welche Vorschriften bzgl. Umschreibung des deutschen Führerscheins es gibt und die Dame hinter dem Pult erklärt uns, dass wir den deutsche Führerschein entweder ungültig machen und direkt einen aus Colorado bekommen können (“dann wird ein Loch reingestanzt und wenn Sie wieder nach Deutschland ziehen, bringen Sie da den amerikanischen Führerschein hin und dann wird der ungültig gemacht und Sie bekommen einen neuen deutschen”) oder den deutschen behalten und den amerikanischen zusätzlich machen können.
Wenn wir den Amerikanischen machen wollen, müssen wir den schriftlichen Test sowie einen Fahrtest bestehen. Achja und eine SSN haben. Daran scheitert es dann aber, weil wir die ja gestern erst beantragt haben und allein das Schreiben, dass wir eine beantragt haben, reicht nicht aus.

Während wir warteten sah ich noch, wie andere Leute grade ihren schriftlichen Test gemacht haben. Dabei erinnerte ich mich dran, wie ich mit 18 für meinen deutschen Führerschein gelernt habe. Tage lang habe ich am Küchentisch meiner Oma die Bögen gelernt und zum Test ausgefüllt. Hier scheint man das nicht ganz so eng zu sehen: es stehen drei Automaten, vor die man sich setzen kann, an einer Wand und einzig der Hinweis, dass Mobiltelefone beim Ausfüllen des Tests nicht erlaubt seien, versucht dem Ganzen etwas Seriösität zu verleihen.

Naja, wir ziehen ohne Führerschein wieder von Dannen, wissen aber nun, dass wir eine SSN brauchen, um ihn zu bekommen.
Nächster Versuch dann in San Diego in Californien.

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Rosalie Henke: SSN beantragen

Die Social Security Number ist _die_ wichtigste Nummer eines jeden Amerikaners. Ohne sie bekommt er keinen Führerschein, kann kein Bankkonto eröffnen, keine Arbeit annehmen, nichts. Daher war unser erster Gang auch der zum Social Security Administration Office in Colorado Springs.
Die Warterei ist hier sehr deutsch organisiert mit Nummern ziehen und während wir gewartet haben, wurden auf einem riesigen Flatscreen viele wichtige Informationen angezeigt u.a. auch dass man beispielsweise online in Rente gehen kann und dies nur auf der Internetseite der SSA melden müsse. Ich glaube, da sind die Amerikaner uns Deutschen ein wenig voraus.

Ich habe den Antrag auf eine SSN dreimal ausgefüllt, bis ich schließlich alle Felder richtig hatte, Michael hatte es einfacher. Er hat schließlich auch nicht mit der Hochzeit seinen Namen geändert. Nachdem wir aufgerufen wurden, hatte die nette Dame hinter der Glasscheibe, die unseren Antrag entgegengenommen und ins System eingegeben hat, nur kurz auf unsere Geburtsurkunden geschaut, dann überprüft, dass unsere Visa wirklich gültig sind. Dabei hat sie zuerst das Ablaufdatum des Visums, mit dem wir am Tag zuvor eingereist sind, mit dem des I-551 verwechselt und uns gefragt, wo wir unsere grünen Karten hätten. Aber unser Hinweis auf den Satz “Upon endorsement serves as temporary I-551 evidenving permanent residence for 1 year” unten auf dem Visum, der das Visum im Pass bis zum 20. März 2012 verlängert, hat dann die Situation aufgeklärt und es konnte weitergehen. Sie hat uns dann einzeln befragt, ob wir schon jemals an einem amerikanischen College studiert hätten, eine amerikanische Steuererklärung gemacht hätten, ob Michael beim amerikanischen Militär registriert sei und weitere Dinge, die dazu führen könnten, dass wir bereits im System seien. Wir haben aber alles mit “no” beantwortet und nun warten wir auf den Brief mit unseren Social Security Numbers, damit wir den nächsten Schritt in Richtung heimisch werden machen können: Führerschein und Bankkonto beantragen.

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Rosalie Henke: Mobil erreichbar sein

Bereits in Deutschland hatte ich mich mit dem Mobilfunksystem in Amerika auseinandergesetzt. Da das Land so groß ist und stellenweise auch gar nicht oder nur sehr spärlich besiedelt, gibt es nicht überall Mobilfunknetz. Auch das uns auch Deutschland bekannte und auch heißgeliebte Prepaidsystem und die sehr günstigen Datentarife sind hier weitgehendst unbekannt oder sehr teuer.
Hier ist es nach wie vor üblich, einen 12- oder 24-Monats-Vertrag mit einem speziellen “Plan” abzuschließen, der dann x Airtime Minutes und x FreiSMS und je nachdem noch x MB oder wenn man Glück hat GB Daten enthält. Eine weitere Besonderheit bei den Airtime Minutes (Freiminuten) ist, dass sie auch verbraucht werden, wenn man kostenlose Nummern anruft oder angerufen wird. Dafür sind aber die Anrufe in Mobilfunknetze gleich teuer wir ein Anruf ins Festnetz der jeweiligen Stadt, die man anrufen will. Es gibt keine speziellen Handyvorwahlen wie bei uns, sondern je nachdem in welcher Stadt man die Karte aktiviert, bekommt man aus dieser Stadt eine Nummer mit entsprechendem Vorwahlbereich.
Da wir in Colorado Springs unsere SIM Karten aktiviert haben, haben wir von unserem Provider Simple Mobile die Vorwahl 719 bekommen.
Ein weiterer Unterschied zum europäischen Mobilfunksystem ist, dass es hier manche Provider gibt, die SIM Karten verwenden, und bei denen man dann sein Telefon mitbringen kann (Bring your own phone = BYOP) wie zum Beispiel AT&T und T-Mobile (ein Ableger der Deutschen Telekom, der aber neulich von AT&T aufgekauft wurde). Andere Provider arbeiten im CDMA-Funknetz (die größten hier sind Verizon und Sprint) und hier wird nicht eine SIM Karte akiviert, die dann in jedem beliebigen anderen (SIM-Karten-fähigen) Handy benutzt werden kann, sondern im CDMA-Funknetz wird das Handy aktiviert.
Da wir iPhones aus Europa haben, war klar, dass wir uns SIM-Karten kaufen werden. Nach ein paar Monaten Recherche u.a. auch dank dem Pay as you go SIM Wiki hab ich dann bereits in Deutschland über eBay zwei SIM-Karten von Simple Mobile bestellt.
Da in unsere iPhones nur Micro SIM-Karten passen, hab ich die Schablone aus Deutschland mitgebracht und die erste SIM-Karte zugeschnitten. Leider um 180 Grad verkehrt und als wir es dann gemerkt haben, war schon so viel von der Karte ab, dass sie im iPhone nicht mehr erkannt wurde. Aber immerhin haben wir dann Michaels Karte richtig zugeschnitten (okay, ER hat das dann gemacht) und so konnten wir dann schonmal eine Karte über die Webseite aktivieren, indem wir den Plan auswählten und gleich mit Kreditkarte bezahlten und waren mobil erreichbar.

Nach dem Besuch beim SSA Office haben wir dann in einem der Mobilfunkläden in Colorado Springs eine neue SIM-Karte für mich gekauft und direkt zuschneiden und aktivieren lassen. Yey, “endlich” wieder mobiles Internet!

Wir haben uns übrigens beide für den 60$ Plan entschieden, bei dem Anrufe, SMS (auch nach Deutschland!) und alle Daten für einen Monat enthalten sind. Auf unserer Kredikartenrechnung ist der Posten auch direkt erschienen, aber dank des guten Kurses zahlen wir nur etwas mehr als 40 Euro dafür.
Wie man uns in dem Mobilfunkladen sagte, sei der Anbieter der Günstigste wenn wir ein unlimitiertes Datenpaket ohne Vertrag wollten.
Mal abwarten, ob es im September schon etwas anderes gibt, wenn wir dann entgültig umgezogen sind.

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